Web 3.0 im Tourismus

Vom Web 2.0 zum Web 3.0

Der zweite Strang nennt sich „Web 3.0“ und wird auch als „Semantisches Web“ bezeichnet. Das Semantische Web ist eine Erweiterung des World Wide Web, so gesehen die nächste Entwicklungsstufe dessen. Während im World Wide Web Daten miteinander verknüpft werden, sollen im Semantischen Web Informationen auf der Ebene ihrer Bedeutung miteinander verknüpft werden. Diese Information soll von Computern verwertbar gemacht werden um neue Zusammenhänge erkennbar zu machen, die vorher so nicht zu erkennen waren. Bei einer Reise etwa würden Information zum Zustand des Hotelstrands und zugehörige Wetterdaten in Bezug zu Informationen über mögliche Ausweichalternativen und bekannte Vorlieben des Reisenden gesetzt werden. Oder semantisch-geografische Informationen werden in zeitlichen Bezug( An Pfingsten will ich in xy Wellness-Urlaub mit meiner Familie machen“  Suche mir Ergebnisse) gesetzt. Immer wichtiger die nächsten Jahre wird also der „Context“. Zu welcher Uhrzeit, zu welcher Tageszeit will ich Sehenswürdigkeit xy besuchen und wo befinden sich währenddessen eigentlich meine Freunde?

Eine der grundlegenden Komponenten in diesem Zusammenhang sind Ontologien, welche im Zuge des Semantischen Webs einen großen Aufschwung erfahren. Es handelt sich um meist formal geordnete und sprachlich gefasste Visualisierung einer Menge von Begrifflichkeiten und der zwischen ihnen bestehenden Beziehungen in einem bestimmten Gegenstandsbereich. Sie dienen der Strukturierung und dem Datenaustausch.

Initiative Satellitennavigation Berchtesgadener Land

Vorreiter für Projekte im Bereich Satellitennavigation ist die Initiative Satellitennavigation Berchtesgadener Land. Im Berchtesgadener Land und Tennengau soll das europäische Satellitennavigationssystem Galileo getestet werden (GATE engl.: GALILEO Test and Development Environment). Die für Gesundheitstourismus bekannte Region soll durch Galileo technisch unterstützt werden. Hierbei wird an gesundheitsorientiertes Wandern (Routen, Monitoring von Gesundheitswerten, Einsatz in der Rehabilitation und Prävention, etc.) gedacht.

HistOSM.org

Auf Basis der nutzergenerierten Geodaten von OpenStreetMap soll in Zukunft ein Webportal zu historischen und archäologischen Stätten und Sehenswürdigkeiten namens HistOSM.org entstehen. Jedermann soll sich schnell und unkompliziert einen Überblick über das kulturelle Erbe einer Region machen können. Das Nutzungspotential liegt hier sicherlich primär im Bereich von Tourismus-(Marketing)-Seiten. Aufgrund bislang fehlender statistischer Werte, lässt sich bezüglich der Qualität der historischen Geodaten noch keine Prognose machen. Hier muss zukünftig die Community selbst dafür Sorge tragen, dass sorgfältig gearbeitet wird. Eventuell sollte das Web 2.0-Prinzip der vernetzten Informationsplattform angewandt werden und schwer zu visualisierende und kategorisierende Objekte in Plattformen wie Wikipedia ausgelagert werden.