5.6 Geoinformation Systeme im Tourimus

Zusammenfassung

Die Entwicklung der modernen Elektronik verändert den Tourismus zunehmend. So helfen Geoinformationssysteme bei der leichten Informationsbeschaffung für und auf Reisen. Geoinformationen sind raumbezogene Daten, d.h. Daten, die einer bestimmten geografischen Position zugeordnet sind. So kann es sich bei Geoinformationen unter anderem um Informationen zu Landschaft, Straßennetz, Gebäuden oder zum Wetter handeln. Geoinformationssysteme ergänzen oder ersetzen bisheriges Kartenmaterial.

Sie bieten die Möglichkeit sich mit geringem Aufwand umfassend über ein Thema zu informieren. Grundlegend hierfür sind einige Basistechnologien auf denen die Geoinformationssysteme zu einem speziellen Thema aufbauen und so dem Kunden einem Mehrwert bieten.

Technologien:

  • Zu den Basistechnologien zählen das Global Positioning System (GPS), die Handyortung sowie WLAN-/Bluetooth-Ortung, die die aktuelle Position eines Empfangsgerätes bestimmen. Außerdem gibt es verschiedene Präsenzerfassungstechnologien, die erkennen, wenn sich ein spezielles Endgerät im nahen Umkreis befindet.
  • Digitale Karten ermöglichen die grafische Darstellung von Geoinformationen. Kombiniert mit Positionierungstechnologien kann die aktuelle Position eines Nutzers auf einer Karte angezeigt werden. Eine Sonderform von digitalen Karten sind Web-Kartendienste wie Google Earth oder Virtual Earth, die kostenlos über das Internet abgerufen werden können.
  • Als standortbezogene Dienste oder Location Based Services (LBS) werden Dienste bezeichnet, die eine geografische Position und weiterführende Informationen zu dieser/ zu ihrem Umkreis verbinden und hierdurch einen Mehrwert für den Nutzer schaffen.

Anwendungsbereiche:

  • Anhand von digitalem Kartenmaterial, das in der Regel vom Leistungsträger in entsprechender Form bereit gestellt wird, kann sich der Gast von zu Hause aus am Computer über das touristische Leistungsbündel oder über Teilleistungen informieren.
  • Die Aufbereitung von Urlaubsfotos mit ergänzenden Geodaten wird als Geotagging bezeichnet. Man kann Fotos die geografische Position zuordnen, an der sie aufgenommen wurden, und auf digitalen Karten präsentieren.
  • Geoinformationen dienen natürlich im besonderen Maße zur Navigation. Einsatz finden Navigationsgeräte im Verkehr sowie im Freizeitsektor.
  • Mit Hilfe verschiedener Programme können unterwegs interessante Informationen zur Umgebung empfangen und abgerufen werden. Es gibt z.B. digitale Stadtführer, die die Position des Nutzers erkennen und ihm hierzu relevante Informationen bereitstellen.

Graphik: Geoinformationstechnologien im Tourismus

Autorin: Barbara Lubos

Barbara Lubos hat bei Prof. Schulz Tourismus-Management studiert. 2008 hat sie Ihr Studium mit dem Diplom abgeschlossen. Forschungsgebiet waren Anwendungsmöglichkeiten von Geoinformationstechnologien im Tourismus. Aktuell arbeitet sie im Vertrieb eines internationaltätigen mittelständischen Unternehmens im Bereich Medizintechnik.

 

 

Weitere Informationen im Buch "Informationsmanagement im Tourismus"

Buch Informationmanagement im Tourismus

 

Axel Schulz, Uwe Weithöner, Robert Goecke

Informationsmanagement im Tourismus

München 2010
ca. 400 S., ca. € 49,80
ISBN 978-3-486-58954-2

Erstes umfassendes Lehrbuch zum Thema Informationsmanagement im Tourismus. Ziel des Lehrbuches ist es, einen umfassenden Einblick in das gesamte Spektrum elektronischer Informations-, Kommunikations- und Reservierungssysteme im Tourismus zu geben. Das Lehrbuch umfasst die Inhalte der Vorlesungen mit Übungen an Hochschulen aller Ebenen. Das Lehrbuch richtet sich an Studierende des Bachelor- und Masterstudiums der Studienrichtung Tourismus sowie an Führungskräfte und Mitarbeiter/innen von Unternehmen der Reise- und Tourismuswirtschaft. Fächer des IT-basierten Informationsmanagements werden an Hochschulen bereits im Grundstudium gelehrt und im Haupt- und Masterstudium vertieft.

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