WLAN-Ortung

WLAN-OrtungAls alternative Ortungsmöglichkeit zur GPS- und Funkzellenortung tauchte vor ca. 4 Jahren zum ersten Mal das Stichwort WLAN-Lokalisierung auf. Allerdings sprechen Experten hier eindeutig von einer Ergänzung und nicht von drohender Konkurrenz, da die Systeme ihre Schwächen durch die Stärke des jeweils anderen ausmerzen. Im Gegensatz zu GPS ist die WLAN-Ortung speziell für den städtischen Raum und hier auch besonders im Inneren von Gebäuden einsetzbar.

Auch ein schneller Wechsel zwischen Innen- und Außenbereichen ist hier ohne größere Probleme möglich. Die schiere Omnipräsenz von WLAN-Netzwerken in Fußgängerzonen oder öffentlichen Gebäuden macht diese Ortungstechnologie sehr attraktiv. Die unabhängige WLAN-Lokalisierung in Städten macht sich dabei sowohl private WLAN-Sender, als auch kommerzielle Hot-Spots zunutze. Das regelmäßige Verschwinden und Hinzukommen von WLAN’s beeinflusst die Positionsgenauigkeit dabei aufgrund von robusten Ortungsalgorithmen kaum. Positionsveränderungen der Sender führen zwar zu verringerter Genauigkeit, können aber durch kontinuierliche Lokalisierung korrigiert werden. Es folgen zwei Beispiele für gelungene Projekte im Bereich WLAN-Ortung.

 

MagicMap

Magic Map ProjektDie Grundidee dieses Projekts des Instituts für Informatik der Humboldt Universität in Berlin war die Tatsache, dass viele neu aufkommende Anwendungen von Indoor-Szenarien, wie z.B. Verkehrsmanagement an Bahnhöfen, Parkhäusern oder Flughäfen ausgehen. Auch in Outdoor-Locations wie z.B. Güterbahnhöfen an denen grundsätzlich GPS- oder GSM-Ortung möglich wäre, entstehen durch Ungenauigkeit, aufwendiger Installation, hohen Kosten und anderen Faktoren ungute Kosten/Nutzen-Verhältnisse. Deshalb die Idee der Entwicklung einer kostengünstigen Ortungsmöglichkeit, mit der keinerlei zusätzliche Hardwareinstallation notwendig ist. MagicMap ist, basierend auf WLAN-Signalstärkenauswertung, eine Softwarelösung zur Positionsbestimmung mobiler Systeme. Angewandt wird diese Ortungslösung beispielsweise im Betriebshof der Verkehrsbetriebe Potsdam. Dort werden über Nacht über 120 Busse geparkt, wofür man eine effiziente Parkraumplanung benötigt.

 

Awiloc

Projekt awilocDiese vom Fraunhofer Institut entwickelte Technologie, genannt awiloc, erlaubt die ständige Selbstlokalisierung von mobilen Endgeräten via WLAN-Signal. Dies geschieht durch sogenannte Signalstärkenmuster. An Referenzpunkten werden Messwerte genommen, die alle empfangenen WLAN-Basisstationen und deren Signalstärken enthalten. Die so entstandenen Basisinformationen, „Signalstärkenmuster“, werden in Datenbanken hinterlegt, von welchen sie auf die mobilen Geräte übertragen werden können. Gemessene Empfangsinformationen werden mit den Referenzinformationen abgeglichen und das Gerät kann sich selbst lokalisieren. Anwendung findet die Fraunhofer Softwarelösung beispielsweise in der Stadtnavigation in Form der Lokalisierungs-Anwendung »MobileWALK« für die Städte Nürnberg und Erlangen. Ein weiteres Beispiel sind Messenavigatoren für verschiedene Messen (u.a. Frankfurt und Nürnberg), die sowohl out- als auch indoor eine metergenaue Lokalisierung zulassen.