Zusammenfassung

E-Learning ist aus unserer heutigen Wissens- und Informationsgesellschaft nicht mehr weg zu denken und bietet für die betriebliche Aus- und Weiterbildung unzählige Chancen und Potenziale. Im weiteren Sinne gehören zum E-Learning alle Bereiche des computerbasierten Lernens, deren Inhalt und die dabei eingesetzte Software speziell zu Lernzwecken konzipiert bzw. eingesetzt wurden bzw. werden.

 

Auch touristische Unternehmen tendieren ganz klar hin zur verstärkten Implementierung von E-Learning. Die Nachteile des Präsenzlernens – hohe Kosten durch Anreise, Hotelübernachtung und Schulungskosten – sprechen klar für E-Learning. Es eignet sich hervorragend, um dem erhöhten Schulungsbedarf und den großen Schwankungen in der Nachfrage zu entsprechen. Doch bedarf es eines umfassenden Konzeptes für den Einsatz von E-Learning im Unternehmen, das sowohl die technologischen Anforderungen, wie auch die Bedürfnisse der Lernenden einbindet. Erst langsam werden Konzepte und Programme entwickelt, die all diesen Anforderungen gerecht werden.


Formen des E-Learning:

  • Übungsprogramme: Sind die am weitest verbreitete E-Learning Form. Bei diesen Programmen wird zuvor vermitteltes Wissen überprüft und getestet. Diese Programme konzentrieren sich  auf das Einprägen von Grundlagenwissen.
  • Simulationen: Simulationen sind Programme, welche ein Abbild der Realität darstellen, mit dem Ziel, dem Lernenden durch eigenes Erleben oder Beobachten, das Wissen über komplexe Sachverhalte zu vermitteln. Komplizierte Vorgänge und Prozesse der Wirklichkeit können so vereinfacht und auf das Wesentliche reduziert dargestellt werden.
  • Planspiele: Planspiele sind eine weiterentwickelte Form von Simulationen. Bei Planspielen sind jedoch die Interaktion mit anderen Teilnehmern, sowie gemeinsame Entscheidung zwingend notwendig sind. Die Teilnehmer lernen durch experimentelles und spielerisches Lernen theoretisch gelerntes Wissen praxisnah umzusetzen, ohne dabei weitreichende, reale Konsequenzen verantworten zu müssen.
  • Lern-Management Systeme: Lern-Management Systeme (LMS), auch virtuelle Lern- und Kommunikationsplattformen genannt, sind webbasierte Programme, die die Bereitstellung und Nutzung von Lerninhalten unterstützen, sowie die Kommunikation unter den Nutzern der Lernplattform ermöglichen.
  • Autorensysteme: Mit der Hilfe von Autorensystemen ist es möglich, Lerninhalte multimedial und didaktisch aufzubereiten, ohne dabei große Kenntnisse des Programmierens vorauszusetzen. Das Ziel dabei ist, bei der Erstellung von webbasierten Lerninhalten zu helfen, ohne dass der Lehrende die komplexen Auszeichnungssprachen beherrschen muss.
  • Virtuelle Klassenräume: Virtuelle Klassenräume sind Programme, bei denen die Teilnehmer über spezielle Software an unterschiedlichen Orten, zur gleichen Zeit, an einem Vortrag oder einer Vorlesung teilnehmen können und dabei auch kommunizieren können.


Beispiele für die Anwendung innerhalb touristischer Unternehmen:

  • Fit for Cruises ist ein online betriebenes Kreuzfahrtschulungsprogramm. Es richtet sich an Reisebüromitarbeiter, die in verschiedenen E-Learning Kursen ihr Fachwissen, aber auch ihre Beratungs- und Verkaufskompetenz erweitern wollen. Das in den Kursen vermittelte Wissen wird durch einen Wissenscheck abgefragt. Nach erfolgreichem Bestehen aller Kurse erhält der Teilnehmer ein personalisiertes Zertifikat über die Teilnahme am Schulungsprogramm. Fit for Cruises eignet sich besonders um Leerzeiten im Reisebüro zu überbrücken.
  • Pro Plan Touristik: Im diesem Planspiel  konkurrieren die Teilnehmer in den Rollen von Reisebüros und Reiseveranstaltern auf einem fiktiven Tourismus Markt gegeneinander. ProPlan Touristik ist ein rundenbasiertes Planspiel, bei dem die Komplexität jede Runde gesteigert wird. Die pro Runde zu treffenden Entscheidungen - die Preise der einzelnen Reisen, die Ausgaben für Marketing, Marktforschung und Verkaufsförderung, oder aber die Investition in Personal - werden vom Computer simuliert und nach jeder Runde an die Teilnehmer ausgegeben. Auf der Basis von Marktberichten kann die Analyse der Konkurrenz erfolgen, was das strategische Denken sehr fördert.
  • E-Spain: Ein Beispiel für eine Destinationsschulung ist das E-Spain. In neun Übungskursen werden die Teilnehmer mit dem touristischen Angebot des Landes vertraut gemacht. Die Kurse behandeln für den Verkauf von touristischen Leistungen in Spanien relevante Themen, wie u.a. Sonne & Strand, Städtereisen oder aber Wassersport & Golf. Das in den Kursen vermittelte Wissen wird durch einen Wissenscheck abgefragt und nach erfolgreichem Bestehen aller Kurse erhält der Teilnehmer ein Urkunde.

Graphik: E-Learning im Tourismus

 

 

Autor: Ulrike Wilms

Ulrike Wilms studierte Tourismus-Management. bei Prof. Schulz (Abschluss Dipl. Betriebswirt). Ihre  Forschungsgebiete sind die Anwendung von E-Learning innerhalb von touristischen Unternehmen und die Erstellung von E-Learning Konzepten für die Lern-Management Plattform Moodle.




Weitere Informationen im Buch "Informationsmanagement im Tourismus"

Buch Informationmanagement im Tourismus

 

Axel Schulz, Uwe Weithöner, Robert Goecke

Informationsmanagement im Tourismus

München 2010
ca. 400 S., ca. € 49,80
ISBN 978-3-486-58954-2

Erstes umfassendes Lehrbuch zum Thema Informationsmanagement im Tourismus. Ziel des Lehrbuches ist es, einen umfassenden Einblick in das gesamte Spektrum elektronischer Informations-, Kommunikations- und Reservierungssysteme im Tourismus zu geben. Das Lehrbuch umfasst die Inhalte der Vorlesungen mit Übungen an Hochschulen aller Ebenen. Das Lehrbuch richtet sich an Studierende des Bachelor- und Masterstudiums der Studienrichtung Tourismus sowie an Führungskräfte und Mitarbeiter/innen von Unternehmen der Reise- und Tourismuswirtschaft. Fächer des IT-basierten Informationsmanagements werden an Hochschulen bereits im Grundstudium gelehrt und im Haupt- und Masterstudium vertieft.

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