5. Systeme für Endkunden

Eine der Hauptwirkungen, welche die flächendeckende globale Verbreitung des World Wide Web und nun der mobilen webfähigen Endgeräte hat, ist die Schaffung eines Endkunden-Direktzugangs zu touristischen Informationssystemen.
Neue Formen der direkten Kundeninteraktion, des elektronischen Marketing, des Direktvertriebs und der Individualisierung bzw. Personalisierung von touristischen Informationen und Angeboten sind entstanden. Im Zentrum des Kapitels stehen daher Innovationen, die mit den Systemen, die direkt und persönlich vom Endkunden benutzt werden, entwickelt worden sind. Vieles kann dabei durch die mit der Verbeitung des World Wide Web entstandenen Begriffe des E-Tourism bzw. des Web-Tourismus subsummiert werden.

  • Abschnitt 5.1 stellt das Phänomen des Web-Tourismus aus der Sicht der Marktforschung vor und belegt empirisch die seit Jahren nachhaltig entstandenen Marktanteile neuer wehbasiert er Vertriebs- und Produktionsformen touristischer Leistungen in den verschiedenen touristischen Teilbranchen. Basis sind die jährlich erhobenen Zahlen der Web-Tourismusstudie von Ulysses, die inzwischen auch als angebotsorientierte Trendstudie viel zitiert wird.
  • Die technologischen Grundlagen des E-Business und Online Marketing im Tourismus werden im Abschnitt 5.2 vorgestellt. Im Zuge der Konvergenz von Internet-, Medien- und Tourismus-Diensten sind neue E-Tourism-Dienste entstanden, deren Geschäftsmodelle ebenfalls Gegenstand der Betrachtungen sind.
  • Ein eigenes Aktionsfeld stellten schon vor der Einführung des Internet die regionalen Destinationsmanagement-Systeme (DMS) dar. Sie unterstützen die mit der Vermarktung von Destinationen an den Endkunden verbundenen Prozesse in den Tourismusorganisationen und sind zu Web-Destinationsportalen ausgebaut worden. Die besonderen Probleme der kommunalen und regionalen Organisation solcher Dienste und ihre Weiterentwicklung zu mobilen Destination- Guides werden im Abschnitt 5.3 beleuchtet.
  • Nachdem die erste Generation von Web- Anwendungen die Verbreitung digitaler Inhalte durch Produzenten an ihre Kunden grundlegend vereinfacht hat, steht Web 2.0 für diejenigen Technologien, die es allen Web-Nutzern erlauben, ihre eigenen Inhalte, Meinungen und Bewertungen in einfacher Weise miteinander auszutauschen und beliebig zu verknüpfen. Das Mitmach-Web macht passive Medien-Rezipienten zu aktiven Teilnehmern, die das Web vom Marktplatz der Informationen zum sozialen Interaktionsraum zur Selbstdarstellung, Kontaktpflege und Bildung sozialer Netzwerke umfunktionieren. Welche Implikationen sich aus diesen nicht mehr allein durch die Produktanbieter und Medien steuerbaren neuen sozialen Interaktionsformen für die verschiedenen Bereiche des Tourismus ergeben, macht der Autor des Beitrages 5.4 deutlich.
  • Als Beispiel für eine erste sehr konkrete Auswirkung des Web 2.0 stellt der nachfolgende Beitrag 5.5 webbasierte Kundenbewertungssysteme im Tourismus vor und diskutiert ihre Rolle im Tourismusmarketing aus der Sicht der Betreiber von Hotel- und Urlaubsbewertungsportalen. Die Wirkungen der neuen Partizipationsmuster des Web 2.0 werden hierbei besonders deutlich.
  • Die 2. Generation von Web-Bedienoberflächen hat mit ihren erweiterten Darstellungs- und Interaktionsmöglichkeiten unter anderem eine einfache Visualisierung interaktiver geographischer Karten auf Endkundensystemen ermöglicht. Sie hat damit für alle Anwender neue Formen der Nutzung und Verknüpfung von Geoinformationen mit anderen multimedialen Inhalten geschaffen. Aus Anwenderperspektive werden mit Kapitel 5.6 die verschiedenen Vorgehensweisen zur Georeferenzierung erläutert und die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten dieser webbasierten Geoinformationssysteme im Tourismus vorgestellt.
  • Der Beitrag 5.7 schließt das Buch ab mit den Zukunftsperspektiven der nächsten Technologie-Generation des Mobile Web und M-Commerce sowie mit der Weiterentwicklung der Georeferenzierung zu Augmented-Reality-Anwendungen für Touristen mit mobilen Endgeräten.

Weitere Informationen im Buch "Informationsmanagement im Tourismus"

Buch Informationmanagement im Tourismus

 

Axel Schulz, Uwe Weithöner, Robert Goecke

Informationsmanagement im Tourismus

München 2010
ca. 400 S., ca. € 49,80
ISBN 978-3-486-58954-2

Erstes umfassendes Lehrbuch zum Thema Informationsmanagement im Tourismus. Ziel des Lehrbuches ist es, einen umfassenden Einblick in das gesamte Spektrum elektronischer Informations-, Kommunikations- und Reservierungssysteme im Tourismus zu geben. Das Lehrbuch umfasst die Inhalte der Vorlesungen mit Übungen an Hochschulen aller Ebenen. Das Lehrbuch richtet sich an Studierende des Bachelor- und Masterstudiums der Studienrichtung Tourismus sowie an Führungskräfte und Mitarbeiter/innen von Unternehmen der Reise- und Tourismuswirtschaft. Fächer des IT-basierten Informationsmanagements werden an Hochschulen bereits im Grundstudium gelehrt und im Haupt- und Masterstudium vertieft.

zuständig.

5.1 Web-Tourismus - Trends und Fakten

Zusammenfassung

Die Trendstudie "Web-Tourismus" wird seit dem Jahr 1998 durch das Forschungs- und Beratungsunternehmen Ulysses regelmäßig durchgeführt; sie erscheint einmal jährlich. Durch die Untersuchung (Primärforschung) werden im Zuge vielfältiger Fragestellungen Rahmendaten der deutschen Tourismuswirtschaft erhoben sowie Fragen und Probleme rund um das Thema Internet und Tourismus erläutert. Entgegen vieler anderer Untersuchungen zu touristischen Themenfeldern wurde die Studie "Web-Tourismus von Anfang an bewusst anders positioniert.

5.2 E-Business und Online-Marketing

Zusammenfassung

Electronic Business, kurz E-Business, ist der Oberbegriff für die elektronische, IT-basierte Automatisierung interner und externer Unternehmensprozesse mit dem Ziel betriebswirtschaftlich optimaler Prozessketten und –vernetzungen. Electronic Tourism, kurz E-Tourism ist die branchen-spezifische tourismuswirtschaftliche Ausprägung des E-Business. Die elektronischen informationstechnologischen Systeme automatisieren bzw. unterstützen die Prozessabläufe und Kommunikationen auf Basis der Internet-Technologie.

5.3 Destination Management - Systeme und Portale

Zusammenfassung

Zur elektronischen Integration und zur Unterstützung oder automatisierten Durchführung dieser Aufgaben werden datenbankbasierte IT-Systeme, Destinationsmanagement-Systeme (DMS), eingesetzt. Sie sind die informationstechnologische Basis zur Unterstützung und Automatisierung der Geschäftsprozesse einer Destination. Ein DMS muss diese heterogenen Bedingungen in der Weise abbilden können, wie sie in einer Destination durch die Anforderungen, Rechte und Pflichten der Kooperationspartner im Rahmen der Geschäftsprozesse erforderlich sind.

5.4 Web 2.0 und soziale Netzwerke im Tourismus

Zusammenfassung

Der globalen Tourismusbranche und dem einzelnen Reisenden stehen heute durch das Internet eine unüberschaubare Zahl von Informationsquellen mit vielfältigen Informationsinhalten zum Thema Urlaub und Reisen zur Verfügung. Seit 2004 beherrscht das Schlagwort "Web 2.0" die Diskussion um relevante Internet-Trends. Durch den umgangssprachlich als "Mitmach-Internet" bezeichneten Wandel des Internet erhöht sich die Quantität und Komplexität der Informationsinhalte erheblich.

5.5 Kundenbewertungen im Tourismusmarketing

Zusammenfassung

Urlaub steht in unserer von Arbeit und Leistungsdruck gekennzeichneten Gesellschaft für ein äußerst knappes und teures Gut. Kaum ein anderes Produkt ist einer derartig brisanten Mischung aus Erwartung und Emotionalität. Die individuelle Präferenzen sind vielfältig und die Gefahr des Scheiterns ist stets auch mit hohen Belastungen für die Reisenden verbunden.

5.6 Geoinformation Systeme im Tourimus

Zusammenfassung

Die Entwicklung der modernen Elektronik verändert den Tourismus zunehmend. So helfen Geoinformationssysteme bei der leichten Informationsbeschaffung für und auf Reisen. Geoinformationen sind raumbezogene Daten, d.h. Daten, die einer bestimmten geografischen Position zugeordnet sind. So kann es sich bei Geoinformationen unter anderem um Informationen zu Landschaft, Straßennetz, Gebäuden oder zum Wetter handeln. Geoinformationssysteme ergänzen oder ersetzen bisheriges Kartenmaterial.

5.7 M-Commerce und Zukunftsperspektiven

Zusammenfassung

Unsere westlich zivilisierte Gesellschaft wird oftmals als Informations- bzw. Wissensgesellschaft bezeichnet und, betrachten wir unseren Alltag. So fällt auf, dass wir tatsächlich ständig mit Informationen arbeiten und diese zusehends auch mobil verarbeiten. Unbestritten ist die Tatsache, dass sowohl unsere Gesellschaft als auch die Wirtschaft von den ineinander verwobenen Trends Globalisierung, Kommunikation, Mobilität und Virtualität gekennzeichnet sind.