Reisedurchführung

 

Ein sehr großer Teil des Umsatzes am Produkt Reise wird in der Destination selber gemacht. Viele Reiseunternehmen haben per se nicht die Möglichkeit sich an genanntem Umsatz zu beteiligen, da der Kunde meist zur Zeit der Reiseplanung eher weniger über mögliche Aktivitäten in der Destination nachdenkt. Im Zuge dessen bieten mobile Apps eine ideale Möglichkeit den Kunden am Zielort zu erreichen, eben genau dann wenn dieser darüber nachdenkt welche Sightseeing Tour oder welches Restaurant sich wohl am ehesten anbieten würden.

 

Ein großes und sehr wichtiges Thema während der Reisedurchführung sind die sogenannten standortbasierten Dienste (Location Based Services, LBS). Diese sind, je nachdem wie man sie genau definiert, keine neue Erfindung. Selbst Plakate, Flyer oder Verkehrszeichen können schon als eine Form der standortbasierten Information betrachtet werden. Jedoch getreu dem Motto „Was digitalisiert werden kann, wird früher oder später auch digitalisiert“, wächst der Strom der digitalen Medien konstant an. Unter Location Based Services (LBS) versteht man also ortsgebundene Dienste eines Mobilfunkanbieters, die auf den Aufenthaltsort des Nutzers abgestimmte Informationen liefern, z.B. über Sehenswürdigkeiten, lokale Einkaufsmöglichkeiten, den ÖPNV, oder selbst die Standortbestimmung von Kindern durch ihre Eltern.


Foursquare

foursquareEiner der aktuell touristisch sehr interessanten LBS nennt sich Foursquare (https://de.foursquare.com/), verfügt weltweit mittlerweile über 10 Millionen Nutzer und wurde im Jahr 2009 in New York gegründet. Foursquare ist eine Plattform die es erleichtert, via GPS Städte zu erkunden und auf interessante Art und Weise zu erleben. Indem man per Smartphone-App oder auch SMS an bestimmten Orten „eincheckt“, kann man seinen Freunden mitteilen, wo man sich gerade aufhält. Veranstaltungen, Kneipen, POI’s die man gerne besuchen möchte können beschrieben und notiert werden. Was noch vor zwei Jahren als virtuelles Spiel begann, hat schon im Jahre 2011 eine nicht mehr wegzudenkende und ständig steigende Relevanz in der Touristik (sowohl für touristische Unternehmen, als auch vor allem für die Destination) erreicht. Die Tipps und Anregungen, die sich Touristen auf Foursquare holen können sind gerade deshalb so wertvoll, da sie wiederum von anderen privaten Usern kommen (user-generated content) und dadurch viel größere Akzeptanz verzeichnen. Es handelt sich oftmals um Insider-Wissen eines eng gestrickten Social Networks, das so nicht im Reiseführer zu finden ist. Der etwas kleinere Konkurrent nennt sich Gowalla und verfügt über dieselbe Geschäftsidee. Ein dritter Konkurrent, der aber schon im August 2011 wieder von der Bildfläche verschwand, ist Facebook Places. Die Funktion ist durch Geo-Tags in Statusnachrichten, also der Geolokalisierung von Einträgen ersetzt worden. Vor allem Destinationen können sich diese Tatsache zu Nutze machen.

 

Augmented Reality (AR) / Mobile Augmented Reality Systems (MARS)

Eine Sonderform von LBS nennt sich Augmented RealityEine Sonderform von LBS nennt sich Augmented Reality und eignet sich hervorragend für den Zeitvertreib/die Navigation in der Urlaubsdestination. Hierbei handelt es sich um „die Synthese von detailreichen, realen Bilddaten mit virtuellen (Routen)-informationen“, wobei der Vorteil ganz klar in der deutlichen, unmissverständlichen Navigationsanweisung vor der realen Ansicht liegt. Aufgrund dessen ist AR speziell für Fußgänger optimal geeignet. In der Vergangenheit wurden z.T. Autonavigationssysteme genommen und schlicht für umgerüstet für die Fußgängernavigation. Oftmals sind diese Systeme aber für die Zielgruppe Fußgänger überhaupt nicht geeignet.


Fußgängernavigation: Projekt „Reality View“

Der derzeitige Prototyp vom „Reality View“ basiert auf einem Android Smartphone, welches alle notwendigen Kriterien erfüllt. Der Aufbau eines AR-Systems wird in drei grundlegende Bestandteile unterteilt.

  • Trackingsystem
  • Visualisierungssystem
  • Virtuelles Modell

Im „Reality View“ erfolgt die Orientierung und Positionierung (engl. Tracking) über GPS fähigen Satellitenempfänger, einem Kompasssystem und einem 3-Achsen Beschleunigungssensor. Der Visualisierung dient die Fahrzeugnavigationssoftware „Navit“ (auf open source-Basis). Die Darstellung der aktuellen Position kann hierbei z.B. in der Vogelperspektie oder in 3D geschehen. Das zugrunde liegende Virtuelle Modell basiert auf Daten von OpenStreetMap. Die Interaktion des Nutzers mit dem System besteht nun in der Ausrichtung der Smartphone-Kamera auf die zu untersuchende Szene und der Überlagerung dessen mit navigationsbezogener Information. Der Vorteil dieses Systems liegt in der für den Nutzer intuitiven Navigation. Anders als in Fahrzeugnavigationssystemen wird eben keine virtuelle Realität erzeugt, sondern aktuelle Bilddaten um virtuelle Information angereichert



PeakFinderAlps

Augmented Reality Anwendung Peakfinder AlpsFür die Bergfreunde unter den Touristen gibt es eine App namens PeakFinderAlps, die so gut wie alle Bergpanoramen der europäischen Alpen kennt und benennt. Weitere nützliche Informationen sind z.B. Land, Höhe über N.N. des Gipfels, Entfernung vom momentanen Standort, genaue Position mit Gradzahlen. Dies kann eine Bereicherung sowohl auf Wandertour, Skitour als auch zwischendurch auf der Terrasse eines schönen Restaurants sein

 

 

Eine weitere Möglichkeit der Nutzung von geocodierten Daten im Tourismus bietet die Navigation mit GPS–Geräten beim Radfahren, Wandern oder sogar bei Ski– Touren. An dieser Stelle soll in Kürze das Thema Radfahren herausgepickt werden.


Die ADAC Radsport App bietet optimale Navigation für RadsportlerIm Radsportbereich gibt es inzwischen interessante Angebote für Freizeitradler oder auch für (semi-)professionelle Radfahrer. So hat z.B. der Autoclub ADAC im Juni 2011 eine iOS-App auf den Markt gebracht. Diese besteht aus einem Radwegenetz und mehr als eintausend über ganz Deutschland verteilte Routen inklusive topografischer Karten. Um sich POI’s während der Fahrt anzeigen zu lassen muss ein spezieller Lenkerhalter erworben werden, ansonsten ist es notwendig regelmäßig anzuhalten um seinen per GPS ermittelten Standort anzeigen zu lassen. Auch Eingabe von Start- und Zielpunkten ist hier möglich, die Route wird dann während der Fahrt automatisch gezeichnet. Nachteil: Gutes Routing/Tourenplanung ist nur dann möglich, wenn gute Geodaten zur Verfügung stehen.


Des Weiteren werden für das Fahrrad-Routing oft Dienste auf Basis von OpenStreetMap wie OpenRouteService oder Touren-Sharing-Sites wie Gpsies.de genutzt.

 

Auf dem iPhone gelten jedoch outdooractive.com-Radtourenkarten von Alpstein Tourismus als führend, während Vielfahrer eher zu Outdoor-GPS-Systemen wie z.B. von Garmin tendieren, welche deutlich längere Laufzeiten als iOS-Geräte haben und auch ohne aufwändige Spezialhalterung gut nutzbar sind.

Routenplaner outdooractive.com bietet Navigation für jeglichen BedarfDie oben genannte Plattform outdooractive.com ist ein Outdoor- und Tourenplaner, welcher dem Touristen die Möglichkeit gibt, mobil oder am PC geeignete Bergtouren oder sonstige Outdoorerlebnisse zu finden. Hinter dem Portal steht die Firma Alpstein Tourismus, die sich seit über 15 Jahren als Full-Service-Tourismusdienstleister etabliert hat. Outdooractive.com sieht sich als Content Marketing Netzwerk mit hohem User-Fokus, wobei der komplette touristische Kreislauf ausgenutzt werden soll. Laut dem Entwicklerteam soll zukünftig mehr die Outdooractive.com API anstatt der Google Maps API genutzt weden.